DAVID-Gewinner 2023: Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck

Projekt: „Überholspur – coronabedingte Lernrückstände aufholen“ in der Kategorie: operative Projekte

© O.Malzahn

Das Projekt in Kürze: Die Schulschließungen im Zuge der Coronapandemie haben verheerende Folgen für die Bildung von Kindern und Jugendlichen. Das Nachhilfeprogramm „Überholspur“ zielt darauf ab, die teils sehr großen Lernrückstände aufzuholen, damit Schüler:innen der 9. und 10. Klassen ihren Schulabschluss schaffen. Mit dem gemeinnützigen Programm stärkt die Stiftung auch Schüler:innen, die wenig Unterstützung aus ihrem sozialen Umfeld erhalten.


So funktioniert es: Einmal pro Woche geben pensionierte Lehrkräfte und Akademiker:innen im Ruhestand für 90 Minuten in Kleingruppen Nachhilfe in den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik und bereiten die Teilnehmenden auf ihren Schulabschluss (ESA oder MSA) vor. Die Stiftung hat das Projekt initiiert und gemeinsam mit den Schulen entwickelt, die Suche nach Lernbegleitenden übernommen und die gesamte Finanzierung getragen. Zudem hat sie für Aufmerksamkeit in der regionalen Presse gesorgt. Die Projektpartner – inzwischen vier Gemeinschaftsschulen sowie die jeweiligen Träger der Nachmittagsbetreuung – koordinieren die konkrete Umsetzung vor Ort, schließen die Anstellungsverträge ab und erledigen die Abrechnungen. Die Honorare der Lernbegleitenden wurden in der Vergangenheit von „Aufholen nach Corona“, dem Aufholprogramm der Bundesregierung erstattet.


Das macht es besonders: Mit „Überholspur“ wurde ein lokales Nachhilfeprogramm aus der Taufe gehoben, das durch die unkomplizierte Gestaltung erfolgreich und leicht übertragbar ist. Dabei macht es seinem Namen alle Ehre: 100 Prozent der 140 Teilnehmenden haben ihren Schulabschluss geschafft und viele von ihnen verbesserten sich um ein bis zwei Noten. „Überholspur“ ist aktuell im vierten Jahr und durch die generationsübergreifende Arbeit auch ein Beispiel für gesellschaftlichen Zusammenhalt in Krisenzeiten.